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Bohodir Jalolov

Neologismus. historismus und archaismus

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Neologismus. historismus und archaismus Plan: 1. Zur problematik des Begriffs 2. Abgrenzung 3. Typen von Neologismen 4. Stilpluralismus 5. Bauten www.arxiv.uz • Ein Neologismus ist ein lexikalisches Zeichen, das in einem bestimmten Zeitraum in einer Sprachgemeinschaft aufkommt und sich verbreitet, insbesondere ein neues Wort oder ein mit neuer Bedeutung verwendetes, bereits vorhandenes Wort. Schließlich nehmen es die Wörterbücher auf, die den Wortschatz dieser Sprache kodifizieren. Charakteristisch für die Neologismen ist, dass die Sprecher sie für eine gewisse Zeit als neu empfinden. Welche lexikalischen Zeichen (noch) Neologismen sind, hängt also auch davon ab, zu welchem Zeitpunkt man den Wortschatz einer Sprache betrachtet oder untersucht. Neben den in allgemeinsprachlichen Standardwörterbüchern erfassten Neologismen gibt es für viele Sprachen auch Spezialwörterbücher, die ausschließlich diesen Teil des Wortschatzes behandeln. www.arxiv. • Zur Problematik des Begriffs • Die Verwendung des Begriffs Neologismus ist in der Linguistik nicht ganz einheitlich. Bußmann definiert ihn als „neu eingeführten oder neuartig gebrauchten sprachlichen Ausdruck“. Solche Wörter kommen durch Wortbildung , Entlehnung oder Bedeutungsübertragung zustande. Lediglich für die Neurolinguistik wird ein Verständnis des Begriffs im Sinne von Neuschöpfung oder Urschöpfung eingeräumt. Glück setzt Neologismus zwar mit Neuschöpfung gleich und verweist von dem Stichwort „Wortneuschöpfung“ auf Neologismus ; die angegebenen Beispiele sind aber ausschließlich Fälle von Wortbildung, Entlehnung oder Bedeutungsübertragung. Die linguistische Tradition unterscheidet jedoch spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts zwischen „Wortschöpfung/Ursch • Sprecher lebender Sprachen produzieren oder erfinden täglich neue Wörter, mit denen sie spontan entstehende Benennungslücken schließen. Die meisten solcher Wörter werden aber nur ein einziges Mal verwendet. Ihr Zweck ist meist mit der einen Benennungssituation erfüllt. Diese Gelegenheitsbildungen ( Okkasionalismen ) werden weder als Neologismen betrachtet, noch lexikographisch erfasst. Im Deutschen, das die Bildung komplexer Komposita erlaubt, entstehen täglich solche momentanen Neuschöpfungen. Gelegentlich belebt erneuter Gebrauch lange Zeit ungenutzte Wörter wieder, die nicht mehr lexikographisch erfasst werden ( Archaismen ), auch sie sind keine Neologismen. • Wörter, die aus einer anderen Sprache entlehnt sind (beispielsweise downloaden aus dem Englischen) und in den allgemeine • Die Lexik einer lebenden Sprache ist ein komplexes Gebilde aus allgemeinsprachlichen, fachsprachlichen und gruppensprachlichen Wörtern. Allgemeinsprachliche Wörterbücher erfassen nur den Kernbereich der Lexik, den die Alltagssprache verwendet. Gelegentlich kommt es vor, dass bereits lang verwendete Wörter einer Fachsprache in die Alltagssprache vordringen. Dies gilt zum Beispiel für die Fachsprachen technischer Schlüsselbereiche wie Informationstechnik und Telekommunikation. Auch diese Wörter werden nicht als Neologismen betrachtet, da sie in der jeweiligen Fachsprache schon länger im Gebrauch sind. Ein besonders produktiver Bereich ist die Gruppensprache der Jugendlichen. Viele der dort gebildeten Neuwörter sind allerdings kurzlebig. www.arxiv.uz • Typen von Neologismen • Folgende Arten von Neologismen lassen sich unterscheiden: • NeuwörterAusdruck und Bedeutung sind neu. Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit ist das Verb simsen aus SMS für das Versenden von Kurznachrichten . • NeubedeutungenEin alter Ausdruck erhält lediglich eine neue (weitere) Bedeutung. So steht als ein etwas älteres Beispiel Maus auch für ein „technisches Gerät, Teil der Computerperipherie“. • Ein Ausdruck mit ursprünglich positivem Sinnbezug erhält eine neue, pejorative Bedeutung und findet als politisch- ideologischer Kampfbegriff gegen verschiedene sprachliche Konventionen und Verhaltensweisen Verwendung. Beispiele dafür sind Gutmensch oder Politische Korrektheit . www.arxiv.uz www.arxiv.uz Der Traum des Architekten von Thomas Cole , 1840: eine historistische Vision mit ägyptischer, griechischer, römischer und gotischer Phantasiearchitektur www.arxiv.uz • Der Ausdruck Historismus bezeichnet in der Stilgeschichte ein im 19. Jahrhundert verbreitetes und teilweise noch ins 20. Jahrhundert nachwirkendes Phänomen, bei dem man – vor allem in der Architektur – auf ältere Stilrichtungen zurückgriff und diese teilweise kombinierte. • Stilistische Unterarten sind u. a. die Neoromanik , Neogotik , Neorenaissance und der Neobarock . In seiner Spätphase entstand parallel der Jugendstil , den der Historismus teilweise beeinflusste. Eine Gegenbewegung entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Reformarchitektur , die später in die klassische Moderne mündete. • Die prägendste Zeit für den Historismus erstreckte sich von ca. 1850 bis 1914. Doch auch später wirkten historistische Motive nach, etwa im monumentalen Neoklassizismus . Teilwe • Stilpluralismus • Im Gegensatz zu vorhergehenden kunsthistorischen Epochen ist für den Historismus ein gleichzeitiger Stilpluralismus charakteristisch, der sich aber schon im Nebeneinander von Klassizismus und Romantik um die Wende zum 19. Jahrhundert ankündigt. • Anders als in Renaissance und Klassizismus wurde nicht nur versucht, die Architektur der klassischen Antike (wie sie in Griechenland und Rom gefunden wurde) wiederzubeleben beziehungsweise zu kopieren, sondern es wurden Architekturformen auch anderer Epochen imitiert, die nunmehr als gleichwertig betrachtet wurden. • Einen großen Einfluss übte dabei die Romantik aus, die einen Sinn für das historisch Bedingte entwickeln half. Gelegentlich wurden auch mehrere Stile in einem Gebäude gemischt; diese Kombinationen ne • Bauten • Nauener Tor in Potsdam , der erste Bau des Historismus auf dem europäischen Kontinent (1755, Neugotik , Erscheinungsbild seit 1869) Die neoromanische Pauluskirche in Basel (erbaut 1898–1901) www.arxiv.uz • Archaismus • Als Archaismus ( latinisiert vom altgriechischen ἀρχαῖος archaĩos „alt, ehemalig“) wird in der Lexikologie ein Wort bezeichnet, dessen Gebrauchshäufigkeit abnimmt und das von den Sprechern einer Sprachgemeinschaft als altmodisch empfunden wird. Archaismen werden aber noch von einigen (vor allem älteren) Sprechern verwendet und sind vielen Sprechern geläufig, sie gehören zu deren passivem Wortschatz . • Untergegangene Wörter sind lexikalische Einheiten, die aus dem Vokabular der Gegenwartssprache ganz verschwunden sind oder nur noch in einigen erstarrten Redewendungen weiterexistieren (z. B. Kegel „uneheliches Kind“, heute nur noch in der Wendung „mit Kind und Kegel “ gegenwärtig). • In der Rhetorik wird mit Archaismus die bewusste Verwendung altertümlicher W • Ursachen für das Verschwinden von Wörtern • Das Veralten und schließliche Verschwinden eines Wortes kann die folgenden Gründe haben: • Sprachinterne Gründe. Das Wort wird durch ein anderes, moderner klingendes Wort ersetzt, das aber das gleiche Objekt oder den gleichen Sachverhalt beschreibt ( sintemal → weil; Oheim → Onkel); Verdrängung durch Homonymie: Verbindungen mit „after“ (hinter, nach), wie Afterrede , Aftersatzung, Aftergeburt und viele andere, wurden gemieden wegen Homonymie zu After (Anus). • Sprachexterne Gründe. Der Gegenstand, den dieses Wort bezeichnet, verschwindet aus unserer Alltagswelt ( Lehnsherr , Lochkarte , Lure ). Diese Wörter werden auch Historizismen genannt. Sie müssen zum Beispiel immer dann verwendet werden, wenn über den mit dem Wort bezeichneten Sa • Lexikografische Behandlung von Archaismen • Archaismen werden in Wörterbüchern, die den Wortschatz einer Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch kodifizieren, als veraltend oder veraltet markiert. Dies sind Kandidaten für die Tilgung in zukünftigen Auflagen des Wörterbuchs. Sie werden immer wieder mit in Wörterbücher aufgenommen, um Kompetenzen für die Rezeption zeitlich zurückliegender Texte zu bewahren und auszubilden. Mit Osman, 2003 (s. u. Literatur, erstmals 1971), liegt für das Deutsche ein Spezialwörterbuch dieses pragmatisch markierten Lemmatyps vor. • Pragmatischer Wert von Archaismen • Der pragmatische oder rhetorische Wert der Verwendung von Archaismen in einem gegenwartssprachlichen Kontext liegt darin, ein bestimmtes Zeitkolorit zu erzeugen (z. B. in literarischen Werken • Literatur • Nabil Osman (Hrsg.): Kleines Lexikon untergegangener Wörter. Wortuntergang seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. 13., unveränderte Auflage, München 2003, ISBN 3-406-45997-8 . • Oskar Reichmann: Wörterbücher archaischer und untergegangener Wörter. In: Hausmann, Reichmann, Wiegand, Zgusta (Hrsg.): Wörterbücher. Dictionaries. Dictionnaires. Ein internationales Handbuch zur Lexikographie. Teilband 2, de Gruyter, Berlin 1990, S. 1153–1158 • Bodo Mrozek : Lexikon der bedrohten Wörter. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-62077-4 www.arxiv.uz
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